Abschlussarbeit bei der akquinet tech@spree

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2021 habe ich meine Masterarbeit bei der akquinet tech@spree zum Thema „Interaktive AR-gestützte Tutorials für Webanwendungen am Beispiel eines Leitstands für Spinning-Maschinen“ angefertigt. Im Folgenden gebe ich einen Einblick in den Ablauf sowie Inhalt der Arbeit und die Zusammenarbeit mit meinen Betreuenden aus der akquinet tech@spree.

Wie kam ich darauf?

Noch Mitten in der Corona Pandemie (Mai 2020) befand ich mich im vorletzten Semester meines Masterstudiengangs. Langsam wurde es Zeit, mich um das Thema für meine Abschlussarbeit zu kümmern – die Deadline für den Antrag war bereits Ende Juli. Das Prozedere war mir schon aus meinem Bachelorstudium bekannt, welches ich ebenfalls an der HTW Berlin im internationalen Studiengang Medieninformatik absolviert hatte. Doch die Themensuche stellte für mich erneut eine Herausforderung dar. Während ich bei meiner Abschlussarbeit im Bachelor eine konkrete Vorstellung davon hatte, was ich in der Arbeit gerne untersuchen wollen würde (Machine Learning zur Colorierung von Manga), war ich mir da für meine Masterarbeit (MA) noch unschlüssig. Also ging ich auf die Suche – sprach mit Kommiliton:innen, Professor:innen und schaute mich auch im Internet auf den gängigen Plattformen wie LinkedIn und Indeed um.

Während die Gespräche im Uniumfeld leider nicht in eine für mich passende Richtung gingen (Zeitlich unpassend, Thematisch nicht mein Ding), entdeckte ich auf LinkedIn eine aus meiner Perspektive sehr ansprechend geschriebene Stellenausschreibung für eine Abschlussarbeit bei der akquinet tech@spree (tas). Von dem Unternehmen hatte ich zuvor noch nie etwas gehört. Aber in der Ausschreibung ging es darum, AR im Kontext von der Bedienung/Wartung von Strickmaschinen einzusetzen und eine Anwendung mit guter Bedienbarkeit sowie Gamification Aspekten zu entwickeln. Mein Interesse war geweckt: ein für mich sowohl fachlich als auch technisch neues und vermutlich anspruchsvolles Thema, in das ich mich einarbeiten und auch noch zum Ende meines Studiums neues Wissen sammeln könnte. Also schickte ich meine Bewerbung ab und nahm an dem Bewerbungsgespräch teil, zu dem ich zeitnah eingeladen wurde.

Das sehr angenehme Gespräch führte ich zusammen mit den potentiellen Betreuer:innen meiner Masterarbeit: Torsten Fink (Geschäftsführer der tas, Zweitprüfer der MA) und Sarah Ganter (UX Expertin, Betreuerin der MA). Ich hatte also direkt einen Einblick, mit welchen Personen ich während meiner Arbeit zusammenarbeiten und mich austauschen würde. Innerhalb des Gesprächs stellte sich jedoch heraus, dass das Thema leider in der Form nicht mehr angeboten werden könnte. Das war damals ein leichter Dämpfer für mich, da ich mich sehr auf das Thema gefreut hatte, das mich so angesprochen hatte. Sie boten mir jedoch an, gemeinsam mit mir an der Themenfindung für ein verwandtes Thema zu arbeiten. Dieses Angebot nahm ich dankend an und so kam letztlich mein Thema zustande: „Interaktive AR-gestützte Tutorials für Webanwendungen am Beispiel eines Leitstands für Spinning-Maschinen“.

Was genau macht das Tool?

Innerhalb der Arbeit entwickelte ich eine iOS App mit AR-gestützten Tutorials für verschiedene Use-Cases an einem Leitstand für Spinning-Maschinen. Der Leitstand stellte dabei eine Webanwendung zur Verfügung, welche für die Schichtplanung verwendet werden konnte. Dabei beinhaltete die Webanwendung verschiedene Textelemente (z.B. innerhalb von Buttons, Tabellenüberschriften etc.), die als AR-Anker für die Hinweise/Schritte in den Tutorials dienten. Diese Hinweise wurden dann auf dem Smartphone dargestellt, welches die dargestellte Webanwendung per Kamera analysierte und mit virtuellen Elementen zur Erklärung an den passenden Stellen im Kamerabild anreicherte.

Neben einer Recherche des aktuellen Forschungsstands zu AR-Tutorials beschäftigte sich meine Arbeit vornehmlich mit der Fragestellung, inwieweit das Konzept von Nutzenden akzeptiert würde und welche Faktoren diese Akzeptanz beeinflussen würden. Außerdem galt es zu prüfen, ob eine Implementierung des zuvor erarbeiteten fachlichen/ technischen Konzepts mit angemessenem technischen Aufwand umsetzbar sei. Daher nahm der Programmieranteil in der Arbeit auch nur einen untergeordneten Teil der Bearbeitungszeit ein, da lediglich ein Prototyp entwickelt werden sollte, um den technischen Aufwand abzuschätzen.

Beim technischen Konzept kam das Framework ARKit von Apple zum Einsatz. Dieses erzeugte den Input für die weitere Verarbeitung in Form einer Aufnahme der Webanwendung mittels der Kamera des Smartphones. Im Anschluss wurde das Vision Framework dazu verwendet Texte sowie ihre Position innerhalb des Bildmaterials zu erkennen. Nach einer Verarbeitung dieser Texte war es möglich, Anweisung auf Basis der erkannten Texte im Bild zu positionieren und so dem Nutzer Hinweise bzgl. der Interaktion mit der Webanwendung zu geben.

Durch den Inhalt der Tutorial-App sollten folgende Informationsbedarfe gedeckt werden: Die App sollte Hintergrundwissen vermitteln, bei der Fehlerprävention bzw. -behebung sowie der Interaktion mit der App unterstützen und des Weiteren als Wegweiser innerhalb der Navigation in der App fungieren. Zu Erfüllung dieser Bedarfe wurden ein angeleiteter sowie ein explorativer Lernmodus entwickelt. Im angeleiteten Modus wurde der Nutzer mit Schritt-für-Schrittanleitungen für bestimmte Vorgänge durch die App inkl. ihrer Navigation und Interaktion geführt. Außerdem konnten so Benutzungsfehler vermieden werden. Der explorative Modus fokussierte sich hingegen auf das Bereitstellen von Hintergrundinformationen, welche an Textbausteinen der Anwendung verankert wurden.

Die Verwendung der App ist exemplarisch im nachfolgenden Symbolbild dargestellt. Dabei hat die Nutzer:in ein vorab definiertes Tutorial in der App ausgewählt und bekommt nun auf dem Display des Smartphones Anweisungen zur Benutzung der gescannten Anwendung auf dem PC Monitor. Bei der Bedienung innerhalb der Tutorial-Durchführung wird die Kamera des Smartphones mit einer Hand auf den Monitor gerichtet, während die andere Hand zur Bedienung der Webanwendung verwendet werden kann.

In der Masterarbeit wurden die UseCases der AR-Tutorials auf eine Webanwendung zugeschnitten, welche auf einem Leitstand für Spinning-Maschinen ausgeführt wird. An sich ist das Konzept aber universell einsetzbar, welches das folgende Video exemplarisch im Medizinbereich verdeutlicht:

Als zweites Ergebnis der Arbeit wurde eine Studie zur Nutzungsakzeptanz durchgeführt, welche aus einem Usability Test inkl. Interview und einem Fragebogen bestand. Dabei sollte ermittelt werden, ob die entwickelten inhaltlichen Konzepte die Informationsbedarfe der Proband*innen abdecken, wie die Bewertung bzgl. der Akzeptanz und Usability des Prototyps ausfällt und inwieweit das technisch-fachliche Konzept als solches Akzeptanz erfährt.

Bei den Angeboten zur Deckung der Informationsbedarfe konnten vor allem die Hinweise zur Navigation sowie zum Hintergrundwissen die fünf Tester*innen überzeugen. Die Akzeptanz des Prototypen lag im oberen Grenzbereich zwischen Akzeptanz und Nicht-Akzeptanz und damit im annähernd guten Bereich. Die Bewertung der Erlernbarkeit der App schwankte in den Bewertungen sehr stark von „denkbar schlechteste“ bis „denkbar beste“ Erlernbarkeit, während die Usability in den Bereich „ok“ bis „gut“ eingestuft wurde. Bei den Ergebnissen ist zu beachten, das die Proband*innengruppe relativ klein war und Einflussfaktoren wie Alter, Beruf und AR-Erfahrung damit stärkeren Einfluss auf die Ergebnisse nehmen.

Zusammenfassend konnte der Prototyp eine grenzwertige Akzeptanz erzielen, während die prototypische Implementierung mit verhältnismäßig geringen Kosten umgesetzt werden konnte (18 PT im Vergleich zu schätzungsweise 70 PT für eine in die Webanwendung integrierte Lösung).

Wie hat dir die TAS beim Schreiben der Masterarbeit geholfen?

Das Anfertigen einer Abschlussarbeit von der Themenfindung bis zur finalen Einreichung und dem Kolloquium empfand ich bereits während meines Bachelors als eine sehr stressige, in Teilen auch überfordernde Zeit, da es ein hohes Maß an Selbst-/Arbeitsorganisation über einen verhältnismäßig langen Zeitraum erfordert, was beim Rest des Studiums weniger gefragt war. Außerdem ist man quasi ein Semester stark isoliert und nur vllt. 1-2 mal monatlich im Austausch mit betreuenden Professor:innen, da der Fokus auf der selbständigen Erstellung der Arbeit liegt und häufig nebenbei keine Kurse mehr besucht werden müssen.

Dementsprechend empfand ich die Möglichkeit des Schreibens der Arbeit bei der TAS aus folgenden Gründen hilfreich für meine Arbeit und den Schreibprozess:

  • Regelmäßiger Austausch mit Zweitprüfer und Betreuerin
  • Hilfsbereitschaft und Kommunikation auf Augenhöhe
  • Umfangreiches Feedback zur Arbeit anfangs zur Gliederung sowie kurz vor Abgabe zur gesamten Ausarbeitung
  • Möglichkeit eines Probekolloquiums im Kolleg:innenkreis mit nützlichem Feedback
  • Unterstützung und hilfreiche Hinweise bei der Durchführung der Usability Tests durch meine Betreuerin
  • Ressourcen für die Umsetzung der Arbeit (Arbeitsrechner, iPhone, etc)
  • Angemessene Vergütung (sodass ich nicht zusätzlich noch einen Nebenjob ausüben muss, um meine Miete zu bezahlen)
  • Angebot auf anschließende Vollzeitbeschäftigung:
    Fokus blieb bis zum Ende bei der Fertigstellung der Arbeit und musste nicht mit zeitaufwendigen Bewerbungsprozessen geteilt werden

Daneben stellte die Einarbeitung in die Entwicklung mit iOS innerhalb des begrenzten zeitlichen Rahmens eine Herausforderung dar, bei deren Bewältigung mir die Apple Dokumentation eine große Hilfe war. Mit dieser fiel es mir relativ leicht, mich in die relevanten Themengebiete einzuarbeiten.

Wie hast du dich bei uns gefühlt?

Ich habe mich von Anfang an sehr wohl bei der TAS gefühlt. Vor allem die Authentizität und die Kommunikation auf Augenhöhe im Bewerbungsgespräch (auch mit Torsten – dem Geschäftsführer!) sowie das Angebot bei der Anpassung des Themas haben mir direkt sehr gefallen und spiegelten auch die Werte wieder, welche schon bei der Ausschreibung mein Interesse geweckt hatten.

Durch die regelmäßige Betreuung in Form von wöchentlichen remote Meetings, fühlte ich mich trotz der Arbeit im HomeOffice nicht isoliert, obwohl ich weitestgehend eigenständig mein Thema bearbeiten konnte. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und habe mittlerweile seit ca. drei Jahren meinen Masterabschluss in der Tasche.

Die Hilfsbereitschaft und Kommunikation auf Augenhöhe in allen Phasen meiner Abschlussarbeit sehe ich als ausschlaggebensten Punkt dafür, dass ich das Angebot auf Vollzeitbeschäftigung angenommen habe und auch jetzt noch gerne für die TAS arbeite.

Nun seit über drei Jahren sogar in „Vollzeit“ (35h), in einem richtigen Team und im Austausch mit der gesamten Firma, sodass ich meine netten Kolleg:innen und die Kommunikation/Zusammenarbeit mit ihnen noch mehr zu schätzen gelernt habe: https://karriereblog.akquinet.de/karriereblog/blogbeitrag-details/softwareentwicklerin-veronika

Rückblickend empfand ich die Implementierung abseits eines Entwicklungsteams als einen negativen Einflussfaktor bzgl. einer möglichen längerfristigen Wartbarkeit der App, da z.B. Feedback zur Codequalität ausblieb. Perspektiven von erfahreneren Kolleg*innen innerhalb der verwendeten Programmiersprache hätten vermutlich einen positiven Einfluss auf die zuvor erwähnte Wartbarkeit und die Performance der Anwendung gehabt.

Weitere Impressionen zum Arbeitsalltag bei der akquinet tech@spree findest du in unserem Karriereblog: https://karriereblog.akquinet.de/karriereblog/blogbeitrag-details/arbeiten-bei-der-akquinet-tech-spree-in-berlin

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