Graphic Recording: Effektive Workshop-Dokumentation

Graphic Recording von der DMEA 2024 zum Thema „Women in digital Health“

In einer Welt, in der Informationen immer schneller fließen und komplexer werden, ist es wichtig, dass die Inhalte eines Workshops nicht nur verständlich, sondern auch langfristig erinnerbar sind. Eine Technik, die sich hierbei bewährt hat, ist Graphic Recording – die visuelle Aufzeichnung eines Vortrags oder Workshops in Echtzeit. Vor allem für mittelständische und größere Unternehmen bietet Graphic Recording die Möglichkeit, Informationen auf ansprechende Weise zu dokumentieren. Es dient dazu komplexe Themen visuell und leicht verständlich aufzubereiten und somit für alle Beteiligten zugänglich zu machen.

Grafische Darstellung hat im Vergleich zu Schrift den Vorteil, dass sie besser im Gedächtnis bleibt, da 83 % der Informationen visuell aufgenommen werden. 
Laut der Dual Coding Theory, entwickelt von Allan Paivio, werden in unserem Gehirn zwei getrennte, aber miteinander verbundene Systeme zur Verarbeitung von Informationen angesprochen. Durch die Kombination von Text und Bild werden beide Systeme aktiviert, was zu einer tieferen Verarbeitung und einer besseren Verknüpfung der Informationen führt. Dies erleichtert es uns, das Gelernte später abzurufen und anzuwenden. 

Überraschenderweise werden aber auch Bilder alleine im Gehirn doppelt kodiert, nämlich visuell und verbal. Man spricht hierbei vom Picture Superior Effect.

Graphic Recording von der DMEA 2024 zum Thema „Von der TI zur TI 2.0“

Aber wie läuft dieser Prozess genau ab?

1. Vorgespräch – Themenstruktur und Planung

Bevor der Workshop beginnt, findet ein intensives Vorgespräch statt. In diesem Schritt werden folgende Aspekte geklärt:

  • Ziel des Workshops: Welche Botschaften sollen visualisiert werden?
  • Teilnehmeranzahl und Gruppenaufteilung: Bei größeren Gruppen kann es sinnvoll sein, den Graphic Recorder in kleinere Team-Sessions einzubinden.
  • Strukturierung des Themas: Gemeinsam mit dem Kunden wird die Struktur des Workshops oder Vortrags erarbeitet, sodass der Graphic Recorder die Inhalte gezielt und effizient darstellen kann.

In dieser Phase ist auch Raum für individuelle Wünsche oder besondere Schwerpunkte, die das Unternehmen in den Vordergrund rücken möchte.

2. Positionierung des Graphic Recorders

Aktive Graphic Recorder bzw. Graphic Facilitators interagieren direkt mit den Teilnehmern. Sie können beispielsweise Fragen stellen, um Inhalte zu klären, oder sogar Teilnehmer einbeziehen, die selbst Beiträge auf dem visuellen Canvas leisten. Das Visualisierte wird direkt in die Gruppe zurück gegeben, wodurch Zusammenhänge sichtbarer werden und direkt aufgegriffen werden können. Komplexe Inhalte werden visuell strukturiert erarbeitet, gestaltet und diskutiert.

Passive Recorder hingegen sind wie „stille Beobachter“, die während Vorträgen oder Podiumsdiskussionen das Gehörte in Visualisierungen umsetzen, ohne aktiv einzugreifen.

Digitale Formate bieten hier zusätzliche Flexibilität, da Graphic Recording auch remote oder digital, beispielsweise über ein Tablet und Zoom, umgesetzt werden kann. Dies ist besonders für hybride Veranstaltungen attraktiv.

3. Echtzeit-Dokumentation – Worauf achten?

Während des Vortrags oder Workshops visualisiert der Graphic Recorder die zentralen Aussagen, Gedanken und Diskussionen in Echtzeit. Dabei wird darauf geachtet, dass:

  • Kernthemen und Schlüsselaussagen klar und prägnant dargestellt werden.
  • Zusammenhänge und Prozesse visuell nachvollziehbar bleiben.
  • Interaktive Elemente eingebaut werden, um die Teilnehmer einzubeziehen, z. B. durch das Einfügen von Feedback-Schleifen oder offenen Fragen.

Es ist wichtig, dass die Zeichnungen sowohl inhaltlich korrekt als auch ansprechend gestaltet sind, damit sie auch nach dem Workshop leicht verständlich sind.

4. Nachbesprechung – Reflektion und Feinjustierung

Nach dem Workshop erfolgt eine Nachbesprechung, in der das Ergebnis der visuellen Dokumentation gemeinsam durchgegangen wird. Hier können folgende Fragen geklärt werden:

  • Sind alle wichtigen Punkte erfasst?
  • Gibt es Ergänzungen oder Änderungen?
  • Wie soll die Dokumentation weiterverwendet werden?

Die Nachbesprechung bietet auch die Möglichkeit, Feedback von den Teilnehmern einzuholen und die Ergebnisse in weitere Dokumentationsformate, wie digitale Berichte oder Präsentationen, zu übertragen.

Graphic Recording von der Medtech Live 2024 zum Thema „Herausforderungen be der Entwicklung von Medizinprodukten“

Vorteile von Graphic Recording in Workshops

Graphic Recording hat sich als wertvolles Werkzeug erwiesen, um die Effizienz und Nachhaltigkeit von Workshops zu steigern. Hier sind einige der Vorteile:

  • Visuelle Stütze: Komplexe Themen werden greifbar und verständlicher und bleiben besser im Gedächtnis hängen.
  • Interaktivität: Teilnehmer fühlen sich durch die dynamische Aufzeichnung aktiv eingebunden.
  • Kollaboration: Durch die visuelle Aufbereitung können sich neue Blickwinkel und anregende Diskussion ergeben, da zusätzliche Gehirnareale angesprochen werden.
  • Langfristige Verfügbarkeit: Die Dokumentation dient auch nach dem Workshop als Referenz für weitere Entscheidungen und Diskussionen
  • Spaß: Wohingegen die wenigsten Menschen Protokolle mehrfach lesen, macht es immer wieder Spaß das Graphic Recording zu betrachten 🙂
Graphic Recording von der Medtech Live 2024 zum Thema „Wie bleibt die deutsche Medizintechnik innovativ“

Fazit

Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern und Stakeholdern wichtige Informationen auf eine einprägsame Weise vermitteln möchten, ist Graphic Recording ein wertvoller Baustein. Durch eine gut strukturierte Vorbereitung, die richtige Positionierung und eine durchdachte Nachbearbeitung wird der Workshop nicht nur zu einem Event, sondern auch zu einem langfristig nutzbaren Wissensspeicher.

Möchtest Du mehr über Graphic Recording in Deinem nächsten Workshop erfahren oder einen ersten Beratungstermin vereinbaren? Wir unterstützen Dich gerne dabei, Deine Inhalte visuell auf den Punkt zu bringen!

Dieser Beitrag wurde gemeinsam erstellt von Nicole Charlier und Sarah Ganter

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