Von der Referenz zur Realität: TI-M-Ref, Zulassung und Go-Live

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Bereits vor der Entwicklung des produktiven TI-Messengers haben wir gemeinsam im Konsortium und mit der gematik eine auf den offiziellen Spezifikationen basierende Referenzimplementierung entwickelt, die alle zentralen TI-M-Komponenten sowie ein spezielles Testtreibermodul für das Zulassungsverfahren umfasst.

Ziel dieses Projekts war es, eine Open-Source-Referenzlösung bereitzustellen, mit deren Quellcode andere Unternehmen ihre eigenen TI-Messenger-Produkte entwickeln und auf Interoperabilität und Konformität testen können.

Um Fehler schnell aufzudecken und zu beheben sowie Regressionsfehler zu verhindern, wurde ein mehrstufiges Testkonzept aufgesetzt. Das Testkonzept sorgt für direktes Feedback und berücksichtigt dabei nicht nur fachliche Anforderungen sondern auch die technologiespezifischen Herausforderungen.
Für die Zulassung durch die gematik ist neben der Testung der jeweiligen Lösung gegen das Referenzsystem auch die Verwendung von Testinstanzen der gematik obligatorisch. Sie ermöglicht:

  • die Befähigung zur schnellen Umsetzung von TI-Messenger-Lösungen
  • die Steigerung der Qualität und Interoperabilität im Entwicklungsprozess
  • eigenverantwortliche Tests durch Industriepartner im Rahmen des Zulassungsverfahrens
  • Interoperabilitätstests unterschiedlicher TI-Messenger-Lösungen

Eng abgestimmt mit der gematik. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Die Entwicklung erfolgte in enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit der gematik. Regelmäßige Abstimmungen – teils mehrmals täglich – sorgten für Transparenz, frühe Kommunikation von Risiken und die Möglichkeit, Feedback kontinuierlich einzubringen. Weitere Erfolgsfaktoren waren die frühzeitige Aufwandsabschätzung und die flexible Anpassung des Zeitplans und der Testbedingungen sowie die gemeinsame Lösungsfindung bei technischen Herausforderungen. Durch die engagierte Mitarbeit aller Beteiligten konnte der ambitionierter Zeitplan eingehalten und ein voll funktionsfähiger TI-Messenger termingerecht an unseren Kunden, eine große Krankenkasse, ausgeliefert werden.

Interdisziplinär die technischen Hürden gemeistert

Das Projekt profitierte stark von der Zusammenarbeit verschiedener Entwicklungsteams. So konnten Matrix- Expert*innen und TI-M-Spezialist*innen an der Entwicklung mitwirken.

Insbesondere bei der Arbeit in den Bereichen Verzeichnisdienst, Authentisierung und Telematik-Infrastruktur wurden zusätzlich Kolleg*innen mit Expertise auf dem Gebiet des KIM (Kommunikation im Medizinwesen) eingebunden. Die gute Teamdynamik und das breite Wissen ermöglichten effizientes Arbeiten und flexible Reaktionen auf Änderungen. Außerdem waren die mit dem Projekt TI-M-Ref gewonnene Expertise genauso von Vorteil, wie die tiefen Kenntnisse der Systemarchitektur und der Komponenten. Auch die Erfahrungen aus Feldtests unter hoher Last halfen uns sehr bei der erfolgreichen Umsetzung.

Diese Breite an Wissen und Erfahrungen ermöglichte es, technische Herausforderungen schnell zu identifizieren und gemeinsam mit der gematik konstruktiv zu lösen.

Ein zentrales Element war das mehrstufige Testkonzept, das sowohl fachliche als auch technologiespezifische Anforderungen berücksichtigt. Es reicht von Unit-Tests von isolierten Einheiten über die Integration von Codeeinheiten mit Drittsystemen bis hin zu Systemtests mit allen Einheiten, inklusive Drittsystemen. Ergänzt wurde dies durch manuelle Tests für Randfälle.
Die Tests wurden im Rahmen eines ISO-9001-zertifizierten Qualitätsmanagementsystems durchgeführt. Ziel war stets, Fehler frühzeitig zu erkennen, Regressionsfehler zu vermeiden und schnelles Feedback sicherzustellen.

Zulassung und Go-Live erreicht – jetzt beginnt der Betrieb

Die komplikationsfreie Zulassung der Fachdienste und Clients sowie das erfolgreiche Go-Live des TI-Messengers markieren zentrale Meilensteine für unser Team und das gesamte Projekt: Die Lösungen sind nun produktiv im Einsatz im Gesundheitswesen. Das ist ein großer gemeinsamer Erfolg und ein guter Start in die nächste, nicht minder anspruchsvolle Etappe: die weitere Etablierung des Systems, das Monitoring und die kontinuierliche Weiterentwicklung. Diese sind entscheidend, um die Lösung nachhaltig im Gesundheitswesen zu etablieren. Sicherheitsaspekte (z. B. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, ISMS nach ISO 27001, Penetration Tests) sowie moderne Software-Architekturen (Microservices, Kubernetes, RESTful Services) bleiben dabei das Rückgrat für eine stabile Zukunft.

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